Diese Termine in 2026 lohnen sich noch für Bestatter
Darum kann der Besuch interessant sein
Auf der FORUM BEFA in Düsseldorf lag auf allen Stühlen eine blasse, unauffällige Postkarte: ein Wimmelbild, ein QR-Code, sonst nichts. Wenn die Zuhörer die Vorträge gehört hatten und ihre Plätze verließen, blieben sie liegen. Ich machte es nicht besser. Erst nach dem zweiten Vortrag habe ich die Karte bewußt registriert und nachgeschaut: Wer den Code scannte landete – nach mehreren Klicks – bei einem Fachkongress rund um eines der Zukunftsthemen für die Branche. Schade, dass er so wenig Beachtung erfuhr – und schön daß derzeit Werner Kentrum häufig auf das Thema aufmerksam macht.
Das Problem an vielen Branchenterminen ist nicht, dass sie schlecht sind. Ein Problem ist, sie zu finden. Das andere Problem ist, dass niemand erklärt, warum genau sich die Reise, der Eintritt oder der freie Tag lohnt. Deshalb hier keine reine Terminliste, sondern für jede Veranstaltung die Antwort auf eine Frage: Was habe ich als Bestatterin oder Bestatter konkret davon, wenn ich hingehe?
TODTAL KI – Hype oder Zukunft fürs Bestatterhandwerk? 16. September 2026, Düsseldorf (Geschäftsstelle des Bundesverbands Deutscher Bestatter)
Ihr Nutzen: Sie treffen an einem Tag Menschen, die gerade die KI-Werkzeuge entwickeln oder testen und beobachten, die Ihnen in den nächsten Jahren angeboten werden – nicht als Marketing-Pitch, sondern im offenen fachlichen Austausch. Auf dem Podium sitzen unter anderem Dr. Philipp Berkessy (Lebensstimmen, KI-gestützte Vorsorge- und Trauerbegleitung), Tobias Jonas (innFactory) und die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer (grievy). Bestatterin Lilli Berger moderiert und hält die Keynote zu konkreten KI-Entwicklungen im Bestattungswesen.
Zum Abschluss geht es explizit um die kritische Seite: „Trost oder Täuschung? KI in der Trauer- und Erinnerungsarbeit“ – also genau die Frage, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie in irgendeine KI-Anwendung investieren. Sie kommen nicht mit einer Kaufentscheidung heraus, aber mit einem realistischen Bild, was heute schon funktioniert und wo der Hype beginnt.
LEBEN UND TOD Freiburg 16.–17. Oktober 2026, Messe Freiburg (SICK-Arena)
Die Teilnehmer meiner Marketingtrainings zweifeln oft: „Das geht bei uns nicht.“ „Das gibt nur Ärger. “ „Das will doch keiner sehen.“
Bestattertermine, insbesondere Branchenmessen wie die PIETA oder die Forum BEFA sind wichtige Termine und informieren die Besucher über brancheninterne Entwicklungen. Das Problem: Die Perspektive. Vom Insider für den Insider.
Die LEBEN UND TOD richtet sich explizit nicht an Bestatter, sondern an Personengruppen, die mit Leben & Tod beruflich oder ehrenamtlich konfrontiert werden. Dazu zählen Pflegekräfte, ärztliches Personal, Mitarbeitende im Sanitätswesen. Ehrenamtler, aber auch Bestatter. Damit ermöglicht sie einen Blick über den Tellerrand hinaus. Hier ist der Tod oft bunt, naiv, ungewöhnlich… Die LEBEN UND TOD ermöglicht allen Besuchern einen neuen Blick und andere Blickwinkel. Das ist lohnenswert.
Ihr Nutzen: Über 60 Fachvorträge und mehr als 120 Ausstellende an zwei Tagen – das 2026er Schwerpunktthema lautet „Bewahrung und Erneuerung“: wie traditionelle Rituale und moderne Technologie zusammenpassen. Referieren werden unter anderem der Medizinethiker Prof. Giovanni Maio (warum KI eben nicht alle Probleme löst), die Digital-Afterlife-Expertin Prof. Jessica Heesen und der Soziologe Dr. Matthias Meitzler. Konkret praxisrelevant: ein Vortrag zur Reerdigung als neuer Bestattungsform zwischen Tradition und Vision sowie einer zu 150 Jahren Feuerbestattung in Deutschland.
Anders als die reinen Fachveranstaltungen ist die LEBEN UND TOD zugleich eine Publikumsmesse – hier kommen Sie ins Gespräch – mit Personen aus Partnerbranchen oder auch Personen, die in der Situation Ihrer potentiellen Kunden sind.
ABSCHIED'26 – die neue Schweizer Fachmesse für Vorsorge, Pflege und Trauer 29.–30. Oktober 2026, Messe Luzern
Ein neuer Termin für Ihren Kalender ist die Abschied ’26. Sie findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Dem Konzept nach ähnelt sie der LEBEN UND TOD und ist die erste spezialisierte Messe auf schweizer Boden seit Jahren.
Ihr Nutzen: Das ist die erste Ausgabe einer komplett neuen Veranstaltung für den gesamten DACHLi-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein) – wer jetzt dabei ist, baut Kontakte auf, die es woanders noch nicht gibt, statt in etablierten Netzwerken um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Netzwerken ist übrigens ein explizites Ziel der Veranstalter.
Das Kongressprogramm ist thematisch breit und geht auch in sensible, oft vernachlässigte Bereiche: etwa ein Vortrag zu Kindsverlust während Schwangerschaft und Geburt (kindsverlust.ch) oder zur Rolle von Testamenten und Nachlassspenden. Für Betriebe mit Kundenkontakt in Grenzregionen oder mit Interesse an internationaler Vernetzung ist das ein Termin mit echtem Mehrwert.
happy END info-messe Hamburg 8. November 2026, Forum Ohlsdorf
Die happy END ist eine eingeführte Publikumsmesse. Hier informieren sich interessierte Bürger, der oder die Normalo von Nebenan. Für Bestatter ein interessanter Blick aus der Perspektive Dritter. Was interessiert einen normalen Bürger? Welche Angebote gibt es? Welche werden besonders nachgefragt. Was davon könnte „meine“ Hinterbliebenen oder potentiellen Kunden interessieren? Hier haben Sie es nicht mit einem Kunden zu tun. Sie können fragen, zuhören, beobachten – ganz offen.
Ihr Nutzen: Freier Eintritt, kostenlose Teilnahme als Publikumsmesse – und damit die unkomplizierteste Möglichkeit, direkt mit interessierten Privatpersonen ins Gespräch zu kommen, die sich noch nicht für ein Bestattungsunternehmen entschieden haben. Ergänzt wird das Programm durch Führungen im Hamburger Krematorium, über den Ohlsdorfer Friedhof und die Ausstellung „FacingDeath“ mit 102 Totenmasken. Für norddeutsche Betriebe ist das eine handfeste, kostengünstige Fortbildung vor der eigenen Haustür.
Letzte Wege neu gedacht – zukunftsfähiges Bestattungswesen gemeinsam gestalten 9.–10. November 2026, Hamburg (Ohlsdorf – Der Park)
In der Öffentlichkeit geht das Thema Nachhaltigkeit gerade oft unter, doch unabhängig von politischen oder ökonomischen Trends spielt es für große Bevölkerungsgruppen eine Rolle. Müll in der Landschaft, auf Straßen oder in Meeren – vielen ist auch ohne große Aktionen oder Schlagworte klar, daß es so nicht weitergehen kann. Daher wird auch in der Bestattungsbranche über Nachhaltigkeit und Resourcen schonende Methoden und Produkte gesprochen werden. Weniger laut, aber doch wirksam.
Ihr Nutzen: Noch haben eher wenige Betriebe eine belastbare Antwort auf die Nachfrage nach Nachhaltigkeit. Einblicke in Trends, Methoden und Angebote können Sie hier gewinnen. Sie bekommen konkrete, bereits erprobte Praxisbeispiele – von plastikfreier Trauerfloristik bis zu nachhaltiger Sargwäsche – und können sie direkt mit Kolleginnen und Kollegen sowie Friedhofsbetreibenden diskutieren. Besonders wertvoll: Der Kongress adressiert offen die Greenwashing-Falle, also wie Sie glaubwürdig kommunizieren, ohne sich angreifbar zu machen. Getragen wird die Veranstaltung von der Stiftung Deutsche Bestattungskultur gemeinsam mit der Initiative Plastikfreie Stadt – Sie bekommen also Impulse auch von außerhalb der eigenen Branchen-Blase, was oft die interessanteren Denkanstöße liefert. Da die Veranstaltung nur wenig sichtbar beworben wurde, dürfte der Teilnehmerkreis überschaubar bleiben – ein zusätzlicher Vorteil für alle, die persönliche Gespräche statt Massenandrang suchen.
Was das alles verbindet
Zücken Sie Ihren Terminkalender und prüfen Sie, ob Sie noch Zeit haben. in den kommenden drei Monaten können Sie noch an einigen der spannendsten Veranstaltungen des Jahres Teilnehmen.
Keine dieser Veranstaltungen ist Zeitverschwendung – im Gegenteil, gerade die weniger bekannten liefern den konkretesten Nutzen, weil sie enger zugeschnitten sind als die großen Leitmessen.
Ich hoffe, ich konnte einordnen, warum sich welcher Termin für Sie lohnen könnte. Falls Ja, versuche ich das künftig öfter.
Merken Sie sich noch für 2027 vor:
Die PIETA in Dresden und die Forum BEFA
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Ich sammle gerade echte Praxisdaten aus der Branche – anonym, in 5 Minuten. Je mehr mitmachen, desto aussagekräftiger wird das Bild, das ich Ihnen im Frühjahr 2027 zeige.
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