TODTAL-KI-SYMPOSIUM – VERANSTALTUNGSVertiefung
Kalender, Bewertungen, Fotos: Was Karl Albert Denk über den KI-Alltag verrät
KI als Assistenz im Bestatteralltag
02. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit · TODTAL-KI-Serie · Vertiefung 1
Keine Folie, kein Produktname, kein Firmenlogo – nur eine Aufzählung, nur einfach von der Praxis berichten. Genau das macht Karl Albert Denks Beitrag auf dem Podium interessant. Während links und rechts von ihm über Geschäftsmodelle und Ethik diskutiert wurde, brachte der Bestattermeister die Diskussion auf den Boden zurück: Kalenderpflege delegieren, Bewertungen im Netz bearbeiten, Sichtbarkeit bei Google (Stichwort GEO), Kundenerwartungen, Fotodokumentation.
Was wurde gezeigt? Warum genau das?
Vier sehr unterschiedliche Perspektiven saßen auf dem Podium des KI-Symposiums: ein Gründer mit Geschäftsmodell (Berkessy), eine Psychologin mit Produkt (Stadtbäumer), ein Technik-CEO mit Beratungsansatz (Jonas) – und Denk als derjenige, der schlicht einen Betrieb führt. Sein Beitrag erdete die Runde und beantwortete die Frage wo ein „ganz normaler Bestatter“ heute vermutlich das größte Interesse hat: Was heißt das alles für den Montagmorgen im eigenen Haus, ganz ohne große Vision?
Welche Tendenz zeigt sich in diesem Beitrag?
Bei Denk fungiert KI nicht als ein eigenes Geschäftsfeld, sondern wird zu Anwendung in/für bestehende Verwaltungsroutinen. Das ist ein spürbar anderer Blick auf KI als bei Berkessy, bei dem KI ein neues Produkt, oder bei Jonas, bei dem KI zur Infrastrukturfrage wird. Für Denk ist KI ein Werkzeug unter mehreren – eingesetzt dort, wo Verwaltungsaufwand entsteht. KI ist da sinnvoll, wo sie im Alltag seinen Aufwand reduziert.
Seine vier Punkte lassen sich grob in zwei Kategorien sortieren:
- Zeitfresser im Verwaltungsalltag – wie Kalenderpflege, Fotodokumentation
- Außenwirkung – Bewertungsmanagement, GEO (Generative Engine Optimization, also Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchassistenten statt nur in der klassischen Google-Trefferliste)
Was kann Bestatter von bzw. aus seinem Beispiel übernehmen?
Hier dürfte der eigentliche Wert des Beitrags liegen – nicht als vage Inspiration, sondern konkret durchdeklinierbar. Was genau kann der Bestatter durch den Einsatz von KI gewinnen:
- Kalenderpflege: Termine, Rückrufe und Erinnerungen lassen sich an KI-gestützte Assistenzfunktionen abgeben, die in vielen Bestattersoftware-Paketen mittlerweile mitlaufen.
- Bewertungsmanagement: KI kann Entwürfe für Antworten auf Google-Bewertungen liefern – der Bestatter gibt frei, statt jede Antwort von null zu formulieren.
- GEO: Neu gegenüber klassischem SEO ist, dass nicht mehr nur Google-Rankings zählen, sondern wie ChatGPT, Gemini & Co. auf Anfragen wie „Bestatter in der Nähe, der auch Trauerreden anbietet“ antworten. Das betrifft Texte auf der eigenen Website ebenso wie strukturierte Daten.
- Fotodokumentation: Aufnahme, Sortierung und Ablage von Fotos lassen sich mit KI-gestützten Ordnungssystemen entlasten, gerade wenn mehrere Mitarbeitende parallel dokumentieren.
Für wen ist das interessant?
Vermutlich für die Mehrzahl der Bestatter. Anders als Berkessys oder Stadtbäumers Angebote setzt Denks Alltagspraxis keine strategische Entscheidung über neue Geschäftsfelder voraus – sie betrifft Verwaltungsroutine, die praktisch jeder Betrieb hat, unabhängig von Größe oder digitaler Affinität. Wer noch nicht weiß, wo er mit KI anfangen soll, findet hier vier sehr konkrete, risikoarme Einstiegspunkte.
Nächste Vertiefung: Matthias Gerdesmeier und der KI-Stift, der aus Sprache Angebote macht.
Entschuldigen Sie die Wiederholung: Darüber sollten sich Bestattende aber auch Trauerredner schon heute Gedanken machen: einige KI-Anwendungen werden die Geschäftsmodelle der Bestattungsbranche beeinflussen. Wer tiefer einsteigen möchte: Lesen Sie auch die folgenden Artikel. Darin vertiefe ich einzelne Aspekte und Ansätze, die jetzt nur angerissen werden konnten.